Was bedeutet die Schliessung der Schulen für Arbeitnehmende?

Der Bundesrat beschliesst, landesweit und auf allen Stufen die Schulen zu schliessen. Was bedeutet dies für erwerbstätige Eltern?

Die Antwort im Detail

Lese die Auswirkungen der neusten Entwicklungen in unserem Rechtstipp Corona: Die neusten Entscheidungen des Bundes und ihre Auswirkungen

Status 31.03.2020
Die gegenwärtige Situation bezüglich Coronavirus hat den Bundesrat dazu veranlasst, die Schulen bis voraussichtlich 4. April 2020 zu schliessen – in manchen Kantonen wird bereits bis nach den Frühlingsferien verlängert. Dies stellt sowohl Arbeitnehmende als auch Arbeitgebende vor Herausforderungen – insbesondere auch deshalb, weil der Bundesrat dringend davon abrät, Kinder durch die Grosseltern betreuen zu lassen. Ältere Personen gehören zur Risikogruppe und sollten besonders geschützt werden.

Der Bundesrat informierte die Bevölkerung, dass die Details bezüglich allfälligen Fernunterrichtes und Betreuungsangebot von den Kantonen und Gemeinden erarbeitet werden.

Was hat den Bundesrat dazu bewogen, nun doch die Schulen zu schliessen, mag man sich fragen. Alain Berset erklärte, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt hätten, dass Schulen Orte sind, an welchen die Verbreitung gefördert wird. Kinder zeigten keine oder wenig Symptome, sodass eine Ansteckung unbemerkt stattfinde. Entsprechend sei es wichtig, Schulen zu schliessen, um die weitere Ausbreitung einzudämmen.

Was konkret bedeuten diese Massnahmen nun aber für erwerbstätige Eltern? MyRight hat einige Antworten zu möglichen Fragen zusammengestellt.

Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es eine solche Situation in einem solchen Ausmass noch nicht gab und deshalb schweizweit Erfahrungswerte fehlen. Wir empfehlen dir, dich auf jeden Fall gut mit deinem Arbeitgeber abzusprechen und zu versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Denn auch für deinen Arbeitgeber ist diese Situation aussergewöhnlich und besonders herausfordernd.

- Bin ich dazu verpflichtet, die Betreuung meiner Kinder sicherzustellen, damit ich arbeiten kann?
Wenn möglich ist die Kinderbetreuung so zu organisieren, dass du zur Arbeit kannst. Jedoch hast du auch eine gesetzliche Pflicht, für deine eigenen Kinder zu sorgen. Falls es keine andere Möglichkeit gibt, darfst du ausnahmsweise der Arbeit fernbleiben, um dich um deine Kinder zu kümmern. Du bist dazu verpflichtet, möglichst rasch eine alternative Betreuung zu organisieren. Eventuell kannst du dich mit deinem Partner oder deiner Partnerin abwechseln? Gibt es andere Familien im Quartier, mit welchen du dich bei der Kinderbetreuung zusammentun kannst? Gibt es Möglichkeiten in der eigenen Familie? Bitte berücksichtige dabei die Ansteckungsgefahr für ältere Personen, die zu einer Risikogruppe gehören.

- Muss ich Ferien beziehen für die Zeit, in welcher mein Kind aufgrund der behördlichen Anordnung zu Hause bleiben wird?
Nein. In diesem Fall liegt eine unverschuldete Arbeitsverhinderung vor und für eine beschränkte Zeit muss der Arbeitgeber ausnahmsweise akzeptieren, dass du nicht zur Arbeit kommst. Als Faustregel gelten hier drei Tage. Die Eltern haben sich aber zu bemühen, so rasch als möglich eine andere Lösung für die Kinderbetreuung zu organisieren, um weitere Absenzen zu verhindern. Um Streitigkeiten mit deinem Arbeitgeber zu verhindern, ist es in jedem Fall ratsam, dass du dich vorab mit ihm absprichst. Musst du aufgrund der Kinderbetreuung länger von der Arbeit fernbleiben, dann suche mit deinem Arbeitgeber Lösungen wie Ferienbezug oder Abbau von allfälligen Überstunden.

- Ich muss meine Erwerbstätigkeit unterbrechen, da ich keine Lösung für die Betreuung meiner Kinder habe und die Schulen aufgrund der aktuellen Situation weiterhin geschlossen bleiben. Erhalte ich eine Entschädigung für die Zeit, in welcher ich nicht arbeiten kann?
Der Bund hat am 20. März 2020 darüber informiert, dass unter gewissen Umständen ein Anspruch auf eine Entschädigung besteht. Die Details kannst du der Seite des Bundes entnehmen.

- Wenn der Schulbetrieb wieder anläuft, darf ich meine Kinder dennoch zu Hause behalten, wenn ich Angst habe, dass es sich in der Schule mit dem Coronavirus ansteckt?
Die Rechtslage in diesem Fall ist klar: Allein die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus berechtigt die Eltern nicht, die Kinder nicht in die Schule zu schicken.

- Was sind die Pflichten der Schulen?
Die Schulen sind verpflichtet, sich an die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zu halten und beispielsweise über zu treffende Hygienemassnahmen zu informieren. Aufgrund von Anordnungen der Gesundheitsbehörden können sie den Schulbetrieb bei konkreter Ansteckungsgefahr einstellen.

Aktuelle Informationen findest du jederzeit auf Bundesamt für Gesundheit BAG

Zudem findest du unten ein PDF mit der aktuellen Verordnung über die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) des Schweizerischen Bundesrates zum Download.

Wichtige Dokumente
Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus