Corona: Die neusten Entscheidungen des Bundes und ihre Auswirkungen

Was sind die Auswirkungen der Krise? Welche Änderungen bedeuten die Entscheide des Bundesrates und des Parlaments? MyRight gibt Antwort.

Die Antwort im Detail
Stand 26.05.2020 Das Bundesgericht hat in einem vielbeachteten Urteil entschieden, dass ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter mit Homeoffice-Zwang einen Anteil an die Wohnungsmiete zahlen muss. Was bedeutet dies für all diejenigen, welche aufgrund der aktuellen Situation im Homeoffice arbeiten? - Mein Arbeitgeber hat mich aufgrund der gegenwärtigen Situation dazu aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten und nicht ins Büro zu kommen. Kann ich von meinem Arbeitgeber verlangen, dass er einen Teil meiner Wohnungsmiete übernimmt? In diesem Fall handelt es sich um eine ausserordentliche Lage und nicht um einen Dauerzustand. Der Arbeitgeber sorgt sich um dein gesundheitliches Wohl und der Bund hat empfohlen, überall dort, wo betrieblich möglich, von zu Hause aus zu arbeiten. Es handelt sich in diesem Fall aber nicht explizit um einen Homeofficezwang, der vom Arbeitgeber zu verantworten ist. Grundsätzlich besteht in diesem Fall keine Entschädigungspflicht seitens Arbeitgeberin oder Arbeitgeber. Anders verhält es sich, wenn dir dein Arbeitgeber dauerhaft keinen beziehungsweise keinen geeigneten Arbeitsplatz anbietet und du dir diesen zu Hause einrichten musst, um deine betrieblichen Aufgaben verrichten zu können. In diesem Fall ist dein Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin für die für die Berufsausübung notwendige Arbeitsinfrastruktur zu Hause erstattungspflichtig. Die jeweilige Entschädigung muss im Einzelfall geprüft werden. - Der Bundesgerichtsentscheid gilt entsprechend nicht für alle? Nein, es können nicht alle Angestellten, welche während des Corona-Lockdowns von zu Hause aus arbeiten, mit einer zusätzlichen Entschädigung rechnen. Wenn du auf eigenen Wunsch von zu Hause aus arbeitest, nicht aber explizit zu Homeoffice verpflichtet wirst, kannst du keinen Anspruch geltend machen. In diesem Fall besteht neben dem «Corona-Homeoffice» im Betrieb ein Arbeitsplatz für dich zur Verfügung und du arbeitest nur vorübergehend von zu Hause aus. Stand 12.05.2020 - Meine im Reisebüro gebuchten Ferien fallen ins Wasser. Was muss ich unternehmen? Das Parlament hat am 6.5.2020 in der ausserordentlichen Session neu entschieden, dass Rückerstattungen an Kundinnen und Kunden erst dann gemacht werden müssen, wenn Reisebüros oder Reiseveranstalter die bereits bezahlten Gelder von den Fluggesellschaften und Hotels zurückerhalten haben. Welche Auswirkungen hat diese Entscheidung für dich und deine geplante Reise? Wir empfehlen dir, die Annullation deiner Reise durch den Veranstalter abzuwarten, damit du danach die Rückzahlung der bereits bezahlten Reisekosten beantragen kannst. Es ist nicht ratsam, deine Reise selbst zu stornieren. Dadurch können Stornokosten entstehen, die dir belastet werden. Bei einer Annullation durch den Reiseveranstalter brauchst du betreffend Rückzahlung aufgrund der Entscheidung des Parlaments noch etwas Geduld. Das Reisebüro kann neu mit der Rückerstattung deiner bereits bezahlten Kosten bis im Oktober dieses Jahrs zuwarten. Einige Reiseveranstalter stellen alternativ zur Auszahlung Gutscheine aus, welche du bei einer späteren Reise einlösen kannst.