Vorsicht beim Liken von Posts auf Facebook & Co.

Laut einem Bundesgerichtsentscheid kannst du dich strafbar machen, wenn du Kommentare und Posts auf sozialen Kanälen mit "Gefällt mir" markierst.

Die Antwort im Detail

Vorsicht beim Liken von Posts auf Facebook & Co.

Aufgrund des Bundesgerichtsentscheids ist es wichtig, dir kurz einige Gedanken zu machen – bevor du einen Post auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Kanälen mit "Gefällt mir" markierst. Wer auf Facebook einen ehrverletzenden Beitrag teilt oder ihn mit einem "Gefällt mir" versieht, kann sich ebenfalls einer Ehrverletzung schuldig machen.

Was genau bedeutet dies für dich im Umgang mit Likes auf Facebook & Co.?

Machst du dich strafbar, wenn du die Kommentare deiner Bekannten likst? Nicht im jedem Fall. Vorisicht geboten ist bei Beiträgen, die ehrverletzend sind. Wenn du einen solchen Beitrag likst, also mit "Gefällt mir" markierst und den Kommentar verbreitest, kannst du dich aufgrund des Bundesgerichtsentscheides strafbar machen. Du bist zwar nicht diejenige oder derjenige, die oder der ein sogenanntes Ehrverletzungsdelikt begeht, jedoch kann es sein, dass du dich der Weiterverbreitung eines solchen Delikts schuldig machst. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn dein Profil und damit auch deine Aktivitäten nicht nur deine Freunde/Abonnenten/Follower sehen. 

Wir empfehlen dir: Like oder teile Beiträge von Dritten in den Sozialen Medien erst, wenn du dich vergewissert hast, dass diese Beiträge keine ehrverletzenden Aussagen enthalten.

Was ist eine Ehrverletzung?

  • Üble Nachrede: Bsp: "Der hat seine Frau betrogen!" (selbst wenn es wahr ist). Siehe dazu Art. 173 StGB Abs. 1: Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet, wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bestraft. 
  • Verleumdungen: Bsp.: "Er hat seine Grossmutter beklaut!" (im Wissen, dass es nicht stimmt). Siehe dazu Art. 174 StGB Abs. 1: Wer jemanden wider besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung wider besseres Wissen verbreitet, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.
  • Beschimpfungen: Bsp: "Der ist ein Arschloch!". Siehe dazu Art. 177 StGB: Wer jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift, wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen bestraft.