Vorsicht beim Markieren mit "Gefällt mir" von Posts auf Facebook, Twitter & Co.

Laut einem Bundesgerichtsentscheid kannst du dich strafbar machen, wenn du Kommentare und Posts auf sozialen Kanälen mit "Gefällt mir" markierst.

Die Antwort im Detail

Aufgrund eines neuen Bundesgerichtsentscheids ist es wichtig, dir kurz einige Gedanken zu machen, bevor du einen Post auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Kanälen "likest" oder mit "Gefällt mir" markierst.

"Wer auf Facebook einen ehrverletzenden Beitrag teilt oder ihn mit einem "Gefällt mir" versieht, kann sich ebenfalls einer Ehrverletzung schuldig machen" ist auf NZZ.ch zu lesen. Was genau bedeutet dies für dich im Umgang mit Likes auf Facebook & Co.? Machst du dich strafbar, wenn du in Zukunft den Kommentaren deines Freundeskreises auf den Social Media Kanälen ein Like gibst?

Nicht im jedem Fall. Vorsicht geboten ist bei Beiträgen, welche ehrverletzend sind. Wenn du einen solchen Beitrag "likest", also mit "Gefällt mir" markierst und den Kommentar allenfalls auch noch weiterverbreitest, kannst du dich aufgrund des neuen Bundesgerichtsentscheides strafbar machen.

Wir empfehlen dir:

Like oder teile Beiträge von Dritten in den Sozialen Medien erst, wenn du dich vergewissert hast, dass diese Beiträge keine ehrverletzenden Aussagen enthalten.

Als Ehrverletzungsdelikte gelten
- Üble Nachrede (Art. 173 StGB "1. Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet, wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bestraft.")
- Verleumdungen (Art. 174 StGB "1. Wer jemanden wider besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung wider besseres Wissen verbreitet, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.") und
- Beschimpfungen (Art. 177 StGB " Wer jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift, wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen bestraft.")