Kündigung eines Fitnessstudiovertrages

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Die Antwort im Detail

Rechtslage bei Kündigung des Fitnessabos

Allgemeine Geschäftsbedingungen und Kündigungsrecht

Fitnessstudios haben in der Regel in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ein eigenes Kündigungsrecht vertraglich geregelt. Nicht immer halten diese Klauseln allerdings einer gerichtlichen Überprüfung stand. So ist z.B. die Klausel über den Ausschluss des Kündigungsrechts aus wichtigem Grund unwirksam. Der Fitnessvertrag ist ein auf Dauer ausgelegtes Schuldverhältnis, ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis. Nach herrschender Lehre und Praxis sind Dauerschuldverhältnisse bei Eintritt unzumutbarer aussergewöhnlicher Umstände ausserordentlich - d.h. ohne Beachtung von Kündigungsfristen und –terminen - kündbar.

Ausserterminliche Kündigung durch einen wichtigen Grund

Vorausgesetzt für die ausserterminliche Kündigung wird somit das Vorliegen eines wichtigen Grundes, der das Fortdauern des Vertragsverhältnisses unzumutbar macht. Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund kann auch mit einem individuell geschlossenen Vertrag nicht beschränkt werden. Ein wichtiger Grund berechtigt den Kunden somit stets zur ausserordentlichen und fristlosen Kündigung des Fitnessvertrages, soweit die geltend gemachten Gründe weder selbstverschuldet sind noch im Zeitpunkt des Vertragsschlusses vorhersehbar waren.

Ausserterminliche Kündigung durch Krankheit

Ein wichtiger Grund kann beispielsweise bei einer unvorhergesehenen Erkrankung des Fitnessstudiomitglieds gegeben sein, wenn diese Erkrankung eine Benutzung des Fitnessstudios dauerhaft ausschliesst. Das Fitnessstudio darf hier aber die Vorlage entsprechender ärztlicher Bescheinigungen verlangen. Kürzere Krankheiten fallen in den Risikobereich des Fitnessstudiomitglieds und stellen keinen wichtigen Grund für eine ausserordentliche und fristlose Kündigung dar.

Ausserterminliche Kündigung durch Wohnortwechsel oder Schwangerschaft

Auch ein Wohnortwechsel, der bei Abschluss des Fitnessstudiovertrages noch nicht vorhersehbar war, kann einen ausserordentlichen Kündigungsgrund darstellen, wenn dem Mitglied aufgrund der Entfernung eine Nutzung des Fitnessstudios nicht mehr zumutbar ist. In der Rechtsprechung wurden bis anhin strenge Anforderungen an das Kriterium der Unvorhersehbarkeit eines Wohnsitzwechsels gestellt und dieses insbesondere bei Wohnsitzwechsel infolge Stellenverlusts verneint.

Auch bezüglich der Zumutbarkeit des Anfahrtsweges ist die Ansicht des jeweiligen Gerichtes entscheidend. Als Faustregel ist wohl eine Distanz zwischen Fitnessstudio und Wohnort von über 30 km als unzumutbar anzusehen. Ob eine nach Vertragsschluss eintretende Schwangerschaft eine ausserordentliche Kündigung rechtfertigt, ist derzeit noch nicht restlos geklärt. Eine Lehrmeinung besagt, dass die Schwangerschaft ein Grund für eine ausserordentliche Kündigung sein kann. Es gibt jedoch auch eine Gegenmeinung, die eine ausserordentliche Kündigung in einem solchen Fall nicht zulassen will. Ein Gerichtsurteil von einer oberen Instanz zu dieser Fragestellung gibt es noch nicht.

Wir empfehlen dir, die Allgemeinen Vertragsbedingungen (AGB) deines Fitnessclubs zu studieren. Einige Fitnessstudios halten darin fest, dass beispielsweise eine Pausierung des Fitnessabos bei Schwangerschaft möglich ist. Zudem hilft in vielen Fällen ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen des Fitnessstudios, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Ausserterminliche Kündigung durch Leistungskürzungen

Ein ausserordentlicher Kündigungsgrund könnte auch dann vorliegen, wenn der Fitnessstudiobetreiber seine vertraglich geschuldeten Leistungen nicht erfüllt, indem er z.B. Kurse ersatzlos streicht oder die Öffnungszeiten verkürzt. Allerdings dürfte sich erst bei besonders gravierenden Einschränkungen eine ausserordentliche Kündigung rechtfertigen. Sind die Einschränkungen weniger schwerwiegend, stünde eine Herabsetzung des Fitnessabonnementsbetrages im Vordergrund. Liegt ein wichtiger Grund vor, empfiehlt es sich, innerhalb weniger Tage nach Kenntnis des wichtigen Grundes bzw. der veränderten Umstände die ausserordentliche Kündigung zu erklären. Das Fitnessstudio hat in der Folge dem Mitglied die Jahresgebühr anteilsmässig zurückzubezahlen. Bis anhin gibt es in der Schweiz praktisch keine Gerichtsurteile zu Fitnessstudioverträgen. Für den Fall, dass ein Gericht einen ausserordentlichen Kündigungsgrund nicht anerkennt, wird in die Mustervorlage, rein vorsorglich, deshalb mit der ausserordentlichen auch die ordentliche Kündigung aufgenommen.

Vorgehen bei Kündigung des Fitnessabos

Der Fitnessstudiovertrag bedarf grundsätzlich keiner besonderen Form und kann auch mündlich abgeschlossen werden. In der Praxis ist es jedoch üblich, einen vorformulierten Vertrag zu unterzeichnen, der auf allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Hausordnung verweist. Das Schriftformerfordernis der Kündigung ist meist ebenfalls in den AGB des Fitnessstudiovertrages vorgesehen.

Um den Zugang nachweisen zu können, empfiehlt es sich, die Kündigung per Einschreiben an das Fitnessstudio zu versenden. Als Alternative kann die schriftliche Kündigungserklärung auch persönlich im Fitnessstudio abgegeben werden. Aus Beweisgründen sollte in diesem Fall vom Personal auf einer Kopie der Kündigung der Erhalt des Originals schriftlich mit Datumsangabe und Unterschrift bestätigt werden.

Wichtige Dokumente
Vorlage Kündigung Fitnessstudiovertrag