Steuerabzüge durch Home Office?

Was kann ich durch Home-Office von den Steuern abziehen? MyRight klärt auf.

Die Antwort im Detail

Was kann ich durch Home-Office von den Steuern abziehen?

Arbeitszimmer

Grundsätzlich gilt, dass der Mietanteil eines Arbeitszimmers nur dann von den Steuern abgezogen werden kann, wenn der Arbeitnehmer einen wesentlichen Teil der Arbeit zuhause erledigen muss und der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Als wesentlicher Teil gilt laut Praxis 40% eines Vollzeitpensums, d.h. zwei volle Tage. 
Damit ein solcher Abzug geltend gemacht werden kann, muss das Arbeitszimmer wesentlich der Berufsausübung dienen. Wenn man also im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer arbeitet, kann kein Abzug geltend gemacht werden. Da die Voraussetzungen streng sind, ist zu erwarten, dass auch ein Bettsofa im Arbeitszimmer nicht zulässig wäre, allerdings gibt es hierzu auch andere Stimmen. 

Infrastrukturkosten

Sind die obengenannten Voraussetzungen von Homeoffice erfüllt, können auch Infrastrukturkosten von den Steuern abgezogen werden. Dies allerdings nur, sofern sie nicht vom Arbeitgeber erstattet werden. 

In vielen Kantonen sind diese beiden Kostenpunkte schon mit der Pauschale für übrige Berufsauslagen abgedeckt. 
In den Kantonen LU, GL, AR, SG und VS können zusätzlich die tatsächlichen Kosten abgezogen werden, diese Kosten müssen dann aber nachgewiesen werden.  

Was ist zu beachten: 

Zwar verrichten viele ArbeitnehmerInnen coronabedingt die Arbeit von zuhause aus und können allenfalls obengenannte Abzüge machen. Es gilt aber zu beachten, dass dafür sonstige Beträge nicht mehr abgezogen werden können: Dies betrifft insbesondere die Berufsauslagenpauschale (z.B. Kosten für den ÖV und Mittagessen). 

Hierzu ist noch zu erwähnen, dass das kantonale Steueramt Zürich in einer Mitteilung vom 09. September 2020 erklärt hat, dass diese Berufskosten unabhängig der Coronakrise abgezogen werden können, jedoch dafür keine Home-Office-Kosten abgezogen werden können. Dies wird offenbar auch in anderen Kantonen so gehandhabt (Bsp. Fribourg, Luzern, Solothurn, Basel-Landschaft). 

Wie berechne ich den Mietzins des Arbeitszimmers?

Dazu existieren verschiedene Formeln: Mietwert + Nebenkosten geteilt durch Anzahl Zimmer + 2
Eigenmietwert netto zuzüglich 10 Prozent Nebenkosten / Anzahl Zimmer plus 1
Mietkosten oder Mietwert + Nebenkosten/Anzahl Zimmer + 2. Informiere dich bei deinem kantonalen Steueramt, welche Formel gilt.